Idomeneo

Mozart-Oper vor aktuellem Hintergrund.

  • Orchester BandArt
  • Flüchtlingschor Zuflucht
  • Philharmoniachor Stuttgart
  • Produktionsleitung und Initiation: Cornelia Lanz
  • Produktion: Verein Zuflucht Kultur e.V.,
    in Kooperation mit den Ludwigsburger Schlossfestspielen
  • Regie: Bernd Schmitt
  • Bühne und Kostüme: Birgit Angele

Was hat Mozart mit den Bürgerkriegsflüchtlingen von heute zu tun? Krieg und Flucht sind in Mozarts Oper Idomeneo ebenso wie in unserer heutigen Zeit bestimmende Themen. In dieser außergewöhnlichen Produktion des Vereins Zuflucht Kultur stehen Flüchtlinge als gleichberechtigte Akteure neben einem professionellen Orchester, Chor und Solisten. Das international besetzte Orchester BandArt spielt unter Leitung von Gordan Nikolic, erster Solo-Violinist und Konzertmeister des London Symphony Orchestra. Die renomierten Solisten sind Tenor Manolito Mario Franz, Mezzosopranistin Cornelia Lanz und die Soprane Josefin Feiler und Tatjana Charalgina.

Pressestimmen

Screenshot der Multimedialen Reportage „Chor Ohne Grenzen“—Multimediale Reportage der Stuttgarter Zeitung

Mut beweist aber auch die Mezzosopranistin Cornelia Lanz, die mit dem Stuttgarter Verein »Zuflucht Kultur« ein Mozart-Projekt auf die Beine stellte, in dem Flüchtlinge selbst mitmachen, anstatt nur optisch zitiert zu werden. Bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen hatte dieser Idomeneo Premiere, in dem neben Profis 30 Geflüchtete aus Afghanistan, dem Iran, dem Irak, Nigeria, dem Kosovo, Mazedonien, Pakistan und Syrien auftreten und ihre Fähigkeiten wie ihre Biografien einsetzen – bis hin zum Kompass, der einem Syrer und seiner schwangeren Frau das Leben gerettet hat. Ob sich in Mozarts Mittelmeer das von heute spiegelt, ob Kunst das Leben auf diese Weise ändern kann?

Man kann diesen Fragen nachgehen, wenn das Projekt im November wiederholt wird – im Kurtheater Bad Homburg. Dass der Auftritt von der Europäischen Zentralbank und der Bundesbank bezahlt wird, den Schatzhäusern der Festung Europa, erweitert den Horizont nicht ohne Ironie bis weit über das Mittelmeer hinaus.

DIE ZEIT No 40, S. 56